Archiv Referenzen

28.04.2013

Heidelberger Stückemarkt: Popi? Ist wegen Krise gestrichen!

"Geschmolzene Butter" – die Horos Theatre Company aus Thessaloniki gastiert mit einer quietschlebendigen Mordgeschichte

Eine aktuelle Studie besagt, dass Haarschuppen mit schuld an der Feinstaubbelastung sind. Was das mit der (im Kern wahren) Geschichte von Tassos zu tun hat, der in den 1950er Jahren seine Geliebte Loula tötete? Vermutlich nichts. Aber man wird ja wohl noch eine Umziehpause überbrücken dürfen, oder? Simos Kakalas jedenfalls, als Schauspieler eine Rampensau zum Niederknien und Regisseur von Sakis Serefas Stück "Geschmolzene Butter", plaudert das auf Englisch höchst amüsant hin und vergisst auch nicht zu erwähnen, dass die Studie von deutschen Steuergeldern mitfinanziert wurde.

Bis sich hinten die Tür öffnet und ein alter Herr hereinkommt – Elena Mavridou trägt da eine von vielen grotesken Greisenmasken und spielt eine von etlichen überlebenden Zeugen. Denn "Geschmolzene Butter" ist zwar kein Krimi (Opfer, Täter und Todesart stehen bald fest), wird aber wie einer erzählt: als Rekonstruktion mit Indizien, Vorgeschichten, Anekdoten und Beteiligten. Und mit den beiden Hauptfiguren, deren Szenen immer ausdrücklich als Repräsentation angekündigt werden: Kakalas und Mavridou umkreisen sich da mit leidenschaftlicher Einfühlung.

Weiter...


←  Autor

©2011-2018 Georg Kasch, Kulturjournalist - Impressum & Kontakt