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03.05.2013

Heidelberger Stückemarkt: Unter der Dunstabzugshaube

Aus der Mitte der Gesellschaft – Marc Wortel nimmt Marc Beckers Textkonvolut kabarettistisch als Spielwiese

In Speyer, unweit von Heidelberg, bietet ein Eisladen eine Sorte namens Obama an. Nun kann sich jeder denken, welche Geschmacksrichtung, also welche Farbe dahinter steckt. Ein Beispiel aus der Mitte der Gesellschaft, die man abends in Marc Beckers gleichnamigem Stück wiedertrifft: Dort quatscht sich jemand oder eine Gruppe durch zuweilen dadaistisch anmutende Sprachsalven, die sich zu Tiraden einer verunsicherten und zugleich alles ganz genau wissenden Schicht weiten. 

Wie Elfriede Jelineks jüngere Bühnentexte bieten die knapp 100 Seiten einen großen Regie-Spielplatz. Marc Wortel stellt in seiner Marburger Zweit-Aufführung fünf Schauspieler in Weiß und Beige auf die fast leere Bühne, lässt sie revuehaft vor und mit dem Vorhang spielen und spitzt Beckers Suaden kabarettistisch zu: fiese Griechenland-Witze gehen in operettenseliges Geschunkel zu "Glücklich ist, wer vergisst, dass er unzufrieden ist" über, in einem Quiz müssen die beiden Frauen (für eine ist Wortel selbst kurzfristig eingesprungen) sich im Kampf um eine Perspektive gegenseitig darin übertrumpfen, Stammtischparolen zu ergänzen.

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