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07.05.2015

nachtkritik.de: Geweint. Glücklich

Im Theater gewesen. Geweint. Passiert selten, sehr selten. Und jetzt sogar beim zweiten Mal in "Common Ground" – nach der Premiere vor gut einem Jahr. Schon damals fand ich den Abend großartig, habe seitdem viele Menschen in die Vorstellungen geschickt, mich wiederholt für ihn eingesetzt. Nur direkt nach der Premiere klang meine Zeitungsrezension verhältnismäßig verhalten.

Ich hatte zuvor Yael Ronens Inszenierung Dritte Generation sehr gemocht und war angetan von Der Russe ist einer, der Birken liebt, ihrem Gorki-Einstand. Gerade meine Vorfreude aber, meine Grundsymapthie machte mich schon wieder skeptisch – ich wollte nicht dem Jubelpersertum erliegen und öffnete meine Augen besonders für die möglichen Schwächen des Abends. Hinzu kam, dass ich den spannenden Rollentausch der beiden jungen Frauen nicht kapierte: Die Täter-Tochter spielt die Opfer-Tochter und umgekehrt. Ich spürte, das da irgendwas nicht stimmte im Spiel von Mateja Meded und Jasmina Musić, hatte das aber eher auf zu viel Pathos geschoben.

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