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15.12.2015

nachtkritik.de: Einmal durchgreifen, bitte!

Blog – Die CDU vermisst Glanz in der "Freischütz"-Inszenierung in Hannover

In Hannover ist die Welt noch in Ordnung. Denn wo gibt es ihn noch, den unbedingten Glauben an die Macht des Theaters? Dort, wo man sich gegen sie zu wehren versucht. An der Staatsoper Hannover hat Kay Voges, Schauspiel-Intendant in Dortmund, gerade eine Inszenierung von Carl Maria von Webers "Freischütz" herausgebracht. Es ist seine zweite Operninszenierung, in die – wie Elmar Krekeler in der Welt berichtet– "beinahe alles hineinpasst, was irgendwie mit dem Deutschen in Geschichte und Gegenwart in Verbindung gebracht werden kann".

Samiel ist hier, in der Gestalt der Dortmunder Schauspielerin Eva Verena Müller, "ein manischer Meister des nationalen Kunstwerks. Erzdeutscher Sisyphos. Ständig pinselt er herum in seinem klaustrophisch engen Atelier, übermalt Landkarten, missbraucht süße Kuschellämmchen als Farbaufträger, faselt sich soziophilosophisches Zeug zusammen (...) Ein Zeremonienmeister des nationalen Kunstwerks. Was immer das sein mag." Außerdem gibt es Videos, die dafür sorgen, dass alle unter 16 draußen bleiben müssen. Und so geht das natürlich nicht. Findet die hannoversche CDU-Ratsfraktion.

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