Opernkritik: Kollidierende Sphären
Etwas Schlagseite zur Schwarzweißmalerei zeigt Ulrich Rasches Inszenierung von Maria Stuarda für die Salzburger Festspiele schon. Aber Titelinterpretin Lisette Oropesa macht das Stück zum Ereignis.
Etwas Schlagseite zur Schwarzweißmalerei zeigt Ulrich Rasches Inszenierung von Maria Stuarda für die Salzburger Festspiele schon. Aber Titelinterpretin Lisette Oropesa macht das Stück zum Ereignis.
Nicht in der Inszenierung von Dmitri Tcherniakov findet dieser Giulio Cesare in Egitto zu seinem Kern. Er offenbart sich in der Musik, wie Dirigentin Emmanuelle Haïm und der herausragende Cast sie beschwören.
Ein frühes Mozart-Werk, Il re pastore, und fünf junge, vielversprechende Sängerinnen und Sänger – mehr braucht es nicht für eine beglückende Produktion der Kammeroper Schloss Rheinsberg.
Berlins Opernhäuser bieten gerade zwei zeitgenössische Musiktheaterstücke. „Cassandra“ müht sich redlich und ist durchaus klangstark, kann einen gewissen Betroffenheitshabitus aber nicht abschütteln. Als sperriger, zugleich lohnender erweist sich „Lash“.
Immer wieder ist von der gesellschaftlichen Relevanz der Oper die Rede. Aber was kann das Musiktheater wirklich bewegen? Kann Oper die Welt verändern? Oder ist der realpolitische Anspruch an die Kunstform einfach nur überzogen?
Klein und fein: Das Teatro La Fenice in Venedig präsentiert eine wohlklingende „Anna Bolena“, die musikalisch kaum Wünsche offen lässt.
Stimmlich und musikalisch ist alles top in dieser „Katja Kabanova“ an der Bayerischen Staatsoper. Aber Regisseur Krzysztof Warlikowski streckt vor der Intensität des Werkes die Waffen.
The Listeners von Missy Mazzoli erlebt in Essen eine erfolgreiche deutsche Erstaufführung – der noch viele Übernahmen oder Neuproduktionen an anderen Häusern zu wünschen sind.
Der ewige Verführer – aus der Zeit gefallen, nicht mehr gebraucht. Und doch nicht tot zu kriegen? Ilaria Lanzino inszeniert keinen grundsätzlich neuen, aber intelligenten und humorvollen Don Giovanni in Dortmund.
Sperrig, eine altgewordene Avantgarde? Vielleicht. Dennoch gelingt Regisseur Johannes Erath an der Berliner Staatsoper eine intelligente Erzählung von György Kurtágs „Fin de partie“, die Dirigent Alexander Soddy auch musikalisch gut zusammenhält.