Opernkritik: „Frauenliebe und -sterben“ in Hamburg
Tobias Kratzer kombiniert an der Hamburgischen Staatsoper einen Liederzyklus und zwei Einakter zu einem Abend über Feminizide im Patriarchat
Tobias Kratzer kombiniert an der Hamburgischen Staatsoper einen Liederzyklus und zwei Einakter zu einem Abend über Feminizide im Patriarchat
Dem Oratorium „Belshazzar“ von Georg Friedrich Händel mangelt es nicht an dramatischer Energie. Doch trotz gesanglicher und musikalischer Lichtblicke, weiß Regisseur Herbert Fritsch an der Komischen Oper Berlin nichts zu erzählen.
Mit religiöser Symbolik zu hantieren, ist immer ein Balanceakt zwischen Affekt und Klischee. Auch Floris Visser gelingt das in seiner neuen „Parsifal“-Inszenierung an der Semperoper Dresden nur zum Teil.
Ein Historienschinken, könnte man denken – aber Clémence de Grandvals „Mazeppa“ erweist sich an der Oper Dortmund dramatisch wie musikalisch als lohnende Wiederentdeckung einer einst berühmten Komponistin.
Musikalisch gelingt dieser Abend an der Staatsoper Hannover weitgehend, auch wenn Pascal Dusapins „Penthesilea“ durchaus ihre Schwachstellen hat. Die könnte die Regie auffangen, tut sie allerdings nicht.
„L’italiana in Algeri“ in der mexikanischen Lucha-Libre-Szene? Klingt reichlich abgedreht, erweist sich an der Deutschen Oper Berlin aber als Spaßbringer, der gar nicht erst versucht, Rossinis dramma giocoso tiefe Bedeutung abzuringen.
Als hätten Schostakowitsch und Ligeti zusammen eine Oper gemacht: In Alfred Schnittkes teuflischer Parabel „Leben mit einem Idioten“ aus dem post-sowjetischen Russland rollen die Köpfe nach Art des absurden Theaters. Und Intendant Julien Chavaz kitzelt in Magdeburg sogar den Sinn hervor.
Julian Chavaz inszeniert Afred Schnittkes absurde Oper am Theater Magdeburg als Zirkusspektakel voll abgetakelter Clowns
Das Kollektiv De Warme Winkel inszeniert am Schauspiel Hannover einen Theaterabend mit Robotern frei nach William Shakespeares „Hamlet“
Bernhard Stengele, zwei Jahre lang Minister in Thüringen, kehrt mit Albert Lortzings „Der Waffenschmied“ am Theater Rudolstadt zur Bühne zurück