Opernkritik: Die verzettelte Fledermaus
Zu Vieles und zu Disparates wollen die Regisseure dieser „Fledermaus“ in Braunschweig erzählen. Dabei kommt ihr die ironisch perlende Leichtigkeit etwas abhanden.
Zu Vieles und zu Disparates wollen die Regisseure dieser „Fledermaus“ in Braunschweig erzählen. Dabei kommt ihr die ironisch perlende Leichtigkeit etwas abhanden.
Statt immer nur Hänsel und Gretel oder La bohème: Rimski-Korsakows „Die Nacht vor Weihnachten“ könnte sich zu einer echten Alternative mausern – wenn sie so in Szene gesetzt wird wie von Barrie Kosky an der Bayerischen Staatsoper in München.
„Fedora“ changiert zwischen Melodram und Verismo. Regisseur Christof Loy erarbeitet das psychologisch genau und hat dafür ausgezeichnete Künstler auf der Bühne und im Graben.
Lydia Steier inszeniert „Les contes d’Hoffmann“ an der Berliner Staatsoper: nicht rundum gelungen, aber doch mit vielen erfreulichen Aspekten.
Berlin leistet sich drei Opernhäuser. Und nicht erst seit gestern schwelt in der Kulturspardebatte der Bundeshauptstadt die Frage: Warum eigentlich? Zahlreiche Dubletten, manchmal gar Tripletten in den Spielplänen geben der Diskussion zusätzlich gefährlichen Zündstoff.
Etwas Schlagseite zur Schwarzweißmalerei zeigt Ulrich Rasches Inszenierung von Maria Stuarda für die Salzburger Festspiele schon. Aber Titelinterpretin Lisette Oropesa macht das Stück zum Ereignis.
Nicht in der Inszenierung von Dmitri Tcherniakov findet dieser Giulio Cesare in Egitto zu seinem Kern. Er offenbart sich in der Musik, wie Dirigentin Emmanuelle Haïm und der herausragende Cast sie beschwören.
Ein frühes Mozart-Werk, Il re pastore, und fünf junge, vielversprechende Sängerinnen und Sänger – mehr braucht es nicht für eine beglückende Produktion der Kammeroper Schloss Rheinsberg.
Berlins Opernhäuser bieten gerade zwei zeitgenössische Musiktheaterstücke. „Cassandra“ müht sich redlich und ist durchaus klangstark, kann einen gewissen Betroffenheitshabitus aber nicht abschütteln. Als sperriger, zugleich lohnender erweist sich „Lash“.
Immer wieder ist von der gesellschaftlichen Relevanz der Oper die Rede. Aber was kann das Musiktheater wirklich bewegen? Kann Oper die Welt verändern? Oder ist der realpolitische Anspruch an die Kunstform einfach nur überzogen?