Opernkritik: Wunder des Glaubens
Mit religiöser Symbolik zu hantieren, ist immer ein Balanceakt zwischen Affekt und Klischee. Auch Floris Visser gelingt das in seiner neuen „Parsifal“-Inszenierung an der Semperoper Dresden nur zum Teil.
Mit religiöser Symbolik zu hantieren, ist immer ein Balanceakt zwischen Affekt und Klischee. Auch Floris Visser gelingt das in seiner neuen „Parsifal“-Inszenierung an der Semperoper Dresden nur zum Teil.
Ein Historienschinken, könnte man denken – aber Clémence de Grandvals „Mazeppa“ erweist sich an der Oper Dortmund dramatisch wie musikalisch als lohnende Wiederentdeckung einer einst berühmten Komponistin.
Musikalisch gelingt dieser Abend an der Staatsoper Hannover weitgehend, auch wenn Pascal Dusapins „Penthesilea“ durchaus ihre Schwachstellen hat. Die könnte die Regie auffangen, tut sie allerdings nicht.
„L’italiana in Algeri“ in der mexikanischen Lucha-Libre-Szene? Klingt reichlich abgedreht, erweist sich an der Deutschen Oper Berlin aber als Spaßbringer, der gar nicht erst versucht, Rossinis dramma giocoso tiefe Bedeutung abzuringen.
Bei den OPER! AWARDS 2026 wurde das Theater Regensburg als „Bestes Opernhaus“ gewürdigt. Im Interview spricht Intendant und Operndirektor Sebastian Ritschel über die Besonderheit, Musiktheater an einem Mehrspartenhaus zu machen, über Entdeckerlust jenseits des Kernrepertoires und darüber, wie man das Publikum umarmt.
Zu Vieles und zu Disparates wollen die Regisseure dieser „Fledermaus“ in Braunschweig erzählen. Dabei kommt ihr die ironisch perlende Leichtigkeit etwas abhanden.
Statt immer nur Hänsel und Gretel oder La bohème: Rimski-Korsakows „Die Nacht vor Weihnachten“ könnte sich zu einer echten Alternative mausern – wenn sie so in Szene gesetzt wird wie von Barrie Kosky an der Bayerischen Staatsoper in München.
„Fedora“ changiert zwischen Melodram und Verismo. Regisseur Christof Loy erarbeitet das psychologisch genau und hat dafür ausgezeichnete Künstler auf der Bühne und im Graben.
Lydia Steier inszeniert „Les contes d’Hoffmann“ an der Berliner Staatsoper: nicht rundum gelungen, aber doch mit vielen erfreulichen Aspekten.
Berlin leistet sich drei Opernhäuser. Und nicht erst seit gestern schwelt in der Kulturspardebatte der Bundeshauptstadt die Frage: Warum eigentlich? Zahlreiche Dubletten, manchmal gar Tripletten in den Spielplänen geben der Diskussion zusätzlich gefährlichen Zündstoff.