Essay: Wie der Mann mit der Zigarre zum Klassiker wurde

Essay: Wie der Mann mit der Zigarre zum Klassiker wurde

Grimmiges Pathos und die Falltüren der deutschen Geschichte: Am 9. Januar wäre der Dramatiker Heiner Müller 90 Jahre alt geworden. Selbst Opernregie hat er sich zugetraut. Als 1990 bekannt wurde, dass Heiner Müller, der größte lebende DDR-Dramatiker, Theaterregisseur eher im Nebenberuf, aber mit allen geschichtsphilosophischen Wassern gewaschen, 1993 in Bayreuth den „Tristan“ inszenieren würde, rauschte…

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Buchkritik: Der imperfekte Körper

Buchkritik: Der imperfekte Körper

Verschieben wir es auf morgen – Die Schauspielerin Miriam Maertens erzählt davon, wie sie eine lebensbedrohliche chronische Krankheit und das Theater unter einen Hut bekam Es gibt nicht viele autobiografische Bücher, bei denen man Richtung Showdown mitfiebert und über die Seiten rast, auch wenn das Ende bekannt ist: Miriam Maertens, Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich, hat…

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Theaterkritik: Narzissmus als Staatsform

Theaterkritik: Narzissmus als Staatsform

Westend – Stephan Kimmigs Moritz-Rinke-Uraufführung am Deutschen Theater Berlin Berlin, 21. Dezember 2018. Da steht er nun, der alte, einsame Mann, allein in der riesigen kahlen Halle seiner Villa, und hat es mal wieder versaut. Er weiß selbst nicht so recht warum. Aber er leidet, leidet mit jeder Faser, mit jedem Seelenzipfel. “Hold me”, jault…

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Essay: Bloß nicht auffallen!

Essay: Bloß nicht auffallen!

Cripping up – Was problematisch daran ist, wenn Schauspieler ohne Behinderung Rollen mit Behinderung spielen Wer hat Angst vor “Cripping up”? Offensichtlich niemand. “Cripping up”, auch “Disability Drag” genannt, kommt aus dem Englischen und bezeichnet die Tatsache, dass nicht-behinderte Schauspieler*innen Menschen mit Behinderung spielen beziehungsweise sich entsprechend verkleiden und damit meist besonders viel Applaus, Anerkennung,…

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Theaterkritik: Macbeth unter Nazis

Theaterkritik: Macbeth unter Nazis

Die Verdammten – Am Berliner Ensemble erzählt David Bösch frei nach Visconti vom aufhaltsamen Abstieg einer deutschen Industriellenfamilie Berlin, 3. November 2018. Einmal spricht Friedrich Bruckmann tatsächlich “Macbeth”-Worte: “Ist das ein Dolch, was ich vor mir erblicke, Der Griff mir zugekehrt? Komm, lass dich packen!” Denn darauf läuft hier alles hinaus: Ein Emporkömmling wird anfangs…

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Theaterkritik: Quatsch in Camouflage

Theaterkritik: Quatsch in Camouflage

Champignol wider Willen – An der Berliner Schaubühne sucht Herbert Fritsch in Feydeaus Vaudevillekomödie den Überboulevard Berlin, 24. Oktober 2018. Noch ist die Leinwand weiß. Der Capitaine der Truppe, zu der Champignol als Reservist eingezogen ist, hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, sich von dem berühmten Maler porträtieren zu lassen. Nur ist Champignol ja…

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Theaterkritik: Aufbruchsignal für die Volksbühne

Theaterkritik: Aufbruchsignal für die Volksbühne

Das Stück „Drei Milliarden Schwestern“ ist eine große Opern-Parodie – und auch ein Blick in die Zukunft des Hauses. Die Lage ist ernst: Ein Komet rast auf die Erde zu und droht, alles Leben auszulöschen. Und was machen die „Drei Milliarden Schwestern“? Sie trinken Tee, langweilen sich, gehen sich einander auf die Nerven. Schon in…

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