Opernkritik: Die Realitätsflüchtige
Zwei Jahre nach der Premiere in Duisburg erweist sich Vasily Barkhatovs Inszenierung von Der Fliegende Holländer auch beim Transfer nach Düsseldorf noch immer als überzeugende Lesart.
Zwei Jahre nach der Premiere in Duisburg erweist sich Vasily Barkhatovs Inszenierung von Der Fliegende Holländer auch beim Transfer nach Düsseldorf noch immer als überzeugende Lesart.
Dass man manchmal danebenliegt, musste unserer Kolumnist Georg Kasch mit einer steilen These über queere Theaterstoffe im Osten Deutschlands erfahren. Zeit, das Bild gerade zu rücken. Und sich zu entschuldigen.
Sage noch einer, dem DDR-Funktionär mangele es an kreativem Talent: „Die Selbstkritik ist mein Prinzip, nun habt mich bitte wieder lieb“, dichtet ein VEB-Chef in der von Axel Ranisch an der Komischen Oper ausgegrabenen DDR-Operette „Messeschlage Gisela“. Eine Ostalgieveranstaltung? Mitnichten!
Florentina Holzinger hat mit „Sancta“ in Schwerin ihre erste Opernproduktion vorgelegt
Was ist der Mensch – Narr oder Mörder? In Martin G. Bergers neuer „Wozzeck“-Inszenierung für das Aalto-Theater Essen bleibt die Antwort eher diffus, trotz mancher glutvollen Passagen, die Roland Kluttig aus dem Orchestergraben zaubert.
Dem Landestheater Detmold gelingt in der Regie von Georg Heckel eine beeindruckende und mitreißende Inszenierung von Jake Heggies Erfolgsoper „Dead Man Walking“.
Viele zeitgenössische Dramen reiben sich an klassischen Stoffen. Um etwas über uralte Muster menschlicher Erfahrungen zu erzählen. Aber auch, um gezielt Korrekturen an den Altvorderen vorzunehmen.
Raphaela Bardutzkys „Fischer Fritz“ konkurrierte 2021 um den Autor:innenpreis des Stückemarkts. David Böschs Inszenierung vom Landestheater Linz schaut genau auf die Figuren, ihre Sprache und gastierte jetzt im Nachspiel-Wettbewerb.
Stephan Stock, Georg Kasch (Hg.): Theater HORA. Je langsamer, desto schneller. Postdramatisches Theater in Portraits. Alexander Verlag Berlin 2024.
Eine zubetonierte Welt, in der sauberes Trinkwasser zum unerschwinglichen Luxus wird? Stefan Pucher hat die Uraufführung von Thomas Köcks „forecast:ödipus“ inszeniert – als packenden Enthüllungskrimi.